Mai 2021

Samstag 1.5.

 

 

 

 

 

 

Der Mai beginnt, wie der vergangene Monat zu Ende gegangen ist: kühl und nass. Dichte kompakte Wolken aus Cumulus Stratocumulus Stratus-fractus und Nimbostratus-praecipitatio mit Dauerregen ziehen unter dem Tief Daniel weiterhin über Baden-Württemberg und Bayern. Das Tief wird sich in den nächsten 24 Stunden durch Zyklogenese  weiter vertiefen und vom Golf von Genua, über die Alpen, nach Niederösterreich und weiter nach Polen ziehen. Mit den sich verschärfenden Druckdifferenzen, nimmt dann in der Folge zum Montag hin der Wind an Fahrt auf. Ein paar Sonnenstunden gab es heute immerhin im äußersten Westen sowie im Norden auf Kap Arkona mit knapp 11 Stunden Sonne bei einem starken böigen Ostwind.

Sonntag 2.5.

Mit dem abziehenden Tief Daniel hat in Baden-Württemberg der Dauerregen nachgelassen. Im Tagesverlauf lockerten von Westen die Wolken allmählich auf, dann entwickelten sich mit dem Herannahen der Höhenkaltluft hochreichende Quellwolken mit zahlreichen Schauern. In Südbaden sind am Nachmittag auch einzelne Gewitter darunter gewesen. Zum Abend hin hat die Schauertätigkeit größtenteils nachgelassen und mit dem weiteren Anstieg des Luftdrucks rückt nun ein flaches Zwischenhoch in die Südhälfte Deutschlands, das am Montag eine vorübergehende Wetterberuhigung bringt, bevor am Dienstag ein Sturmtief Einfluss nimmt. 

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Montag 3.5.

Am Vormittag haben Reste der Höhenkaltluft zu verstärkter Quellwolkenbildung geführt, woraus noch ein paar Tropfen gefallen sind. Im weiteren Verlauf des Tages ist es mit dem Hoch Trudi trockener geworden, die Quellbewölkung aus Cumulus mediocris flachte von oben her weiter ab und die Wolkenbasis stieg von anfangs 300 auf über 2000 Meter an. Das Hoch ist allerdings nur sehr kurzlebig. Die ersten sichtbaren Anzeichen für das herannahende Sturmtief Eugen tauchten am Abend mit dem Aufzug von dichten Cirren (sog. Polarbanden) auf, die mit dem Jetstream tausende von Kilometern dem Tief vorauseilen, sowie  dem stetigen Sinken des Luftdrucks.

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Dienstag 4.5.

Das Sturmtief Eugen hat mit seinen Ausläufern Deutschland erreicht, mit schwerem Sturm und Orkanböen, vor allem in den Höhenlagen und auf den Gipfeln der Mittelgebirge. Auf dem Brocken im Harz wurden knapp 140 km/h gemessen, auf dem Feldberg im Schwarzwald 111 km/h und auch in den Niederungen gab es Sturmböen, wie in Heilbronn mit 81,4 km/h, oder in Rheinstetten mit 83,2 km/h. Das Drehzentrum des Tiefs liegt mit 981 hPa vor der Küste Dänemarks. Es zieht bis Mittwochabend nach Südschweden und füllt sich dabei nur langsam auf. Die okkludierte Front des Tiefdruckwirbels hat am Abend mit seinem Regenband die Alpen erreicht und kommt dort durch eine Leetiefentwicklung über Oberitalien ins Schleifen. Deutschland gerät am Mittwoch zunehmend in den Einflussbereich des Höhentroges, wodurch sich zum einen zahlreiche Schauer und Gewitter entwickeln werden, zum anderen bleibt die scharfe konfluente Westströmung durch die großen Luftdruckdifferenzen erhalten, weshalb es erneut Sturmböen geben wird.  Auf dem Satellitenfilm ist der Wolkenwirbel des Tiefs über der Nordsee gut zu erkennen.

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Mittwoch 5.5.

Auf der Rückseite der abziehenden Kaltfront von Tief Eugen, ist Deutschland mit Polarluft geflutet worden. Während im Süden der Republik, vor allem an den Alpen – wo nach wie vor die Front entlang schleift - der Dauerregen bis zu den Mittagsstunden noch auf der Tagesordnung stand, stellte sich im übrigen Land wechselhaftes Wetter ein mit dem typischen Aprilcharakter- und das im Mai. Und es war ein äußerst bunter Mix: Von kurzen, aber kräftigen Regengüssen bis über Graupel und Gewitter. In den höheren Regionen mischte sich auch Schnee dazu, da die Schneefallgrenze, während der Schauer, teils bis auf unter 1000 Meter gesunken ist und but last not least der immer noch frische bis stürmische Wind. Zwischen den Cumulonimbus-Wolken gab es kurze sonnige Lücken.  Am Donnerstag nähert sich von Westen ein Tief (Gregor) von Frankreich und zieht über die Mitte Deutschlands. Vor allem in den südlichen Bundesländern muss dann wieder mit starken bis stürmische Böen gerechnet werden. 

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Donnerstag 6.5.

Von Frankreich ist mit dem Tief Gregor kompakte frontale Bewölkung nach Baden-Württemberg reingezogen. Mit der Annäherung der Warmfront hat sich im Tagesverlauf Dauerregen über die gesamte Südhälfte ausgebreitet. Der meiste und kräftigste Niederschlag fiel dabei vom südlichen Schwarzwald bis Oberschwaben, regional auch schauerartig verstärkt. Ein paar 24-stündige Niederschlagssummen der regenstärksten Orte bis Freitagmorgen: Dachsberg-Wolpatingen im Kreis Waldshut 72,9 mm, Todtmoos 71,3 mm, Buchenbach (Kirchzarten) 44,5 mm. Auf den Gipfeln des Schwarzwaldes, ist der Niederschlag in die feste Phase übergegangen, so dass es hier noch ein paar Zentimeter Neuschneezuwachs gab. Das Tief ist bis zum Abend nach Unterfranken vorangekommen mit einem Kerndruck von 1002 hPa und seine Kaltfront hatte den süddeutschen Raum größtenteils überquert.

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Freitag 7.5.

Weite Teile Europas befinden sich noch im Einflussbereich eines Langwellentroges. So war der Tag wieder geprägt mit stärkeren Quellwolken, die sich in der vorhandenen labilen Luft, leicht entwickeln konnten. Trotz der geringen Gleichgewichtshöhen zwischen 3500 und 4000 Metern und Temperaturen -22 und -32°C, reichte es für die Auslösung einzelner Regengüsse und das ein oder andere kurzzeitige Gewitter. Die kräftigsten davon sind über die Osthälfte Deutschlands gezogen. Die alternde polare Luftmasse trocknet jetzt von Westen her allmählich ab und mit steigendem Luftdruck kann sich zum Wochenende ein Hoch ausbreiten, mit dem subtropische Luftmassen verbunden sind.

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Samstag 8.5.

Zwischen dem Hoch Utine, das weiter zum Balken gezogen ist, und einem Tief über dem Atlantik mit einem Kerndruck von beachtlichen 969 hPa, wird mit einer kräftigen südlichen Strömung subtropische Luft nach Mitteleuropa angesaugt. Die Warmfront des Tiefs ist unterdessen zügig über Benelux und über den Nordwesten Deutschlands gezogen. Hier hat es auch den typischen Aufgleitregen an der Frontfläche gegeben. Im Süden haben sich die Ausläufer der Front bemerkbar gemacht: Zeitweise sind dichte hohe sowie mittelhohe Wolkenfelder in Form von Cirrus-spissatus-radiatus,Altocumulus,-translucidus und lenticularis übers Land gezogen. Das Temperaturniveau ist dabei vor allem in der Südhälfte sukzessive angestiegen mit Höchstwerten von 18 bis 22°C. Mit der südlichen Strömung kommt nun eine enorme Warmluftadvektion in Gang, die vor allem am Sonntag Temperaturen bis zu 30°C bringt.

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Sonntag 9.5.

Kräftige Warmluftadvektion hat die Temperaturen rasch auf sommerliche Werte ansteigen lassen. Dabei wurde in einigen Regionen die 30 Grad Marke überschritten, wie beispielsweise in Esslingen mit 30,4°C, 30,6°C in Bad Mergentheim und in Waghäusel-Kirrlach wurden an der dortigen Wetterstation 31,3 °C gemessen. Neben viel Sonne sind auch etliche Schleierwolken vorbeigezogen mit Cirrus-fibratus , Cirrus-spissatus-radiatus und Cirrus-uncinus. Mit der südwestlichen Strömung sickert vor allem am Montag feuchte und labile Luft nach Deutschland herein, in der es dann vermehrt zu Schauern und eingelagerten Gewittern kommen wird, die vom Breisgau über den Schwarzwald nach Nordosten ziehen.

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Montag 10.5.

Nach der sommerlichen „Eintagsfliege“ vom Sonntag, sind wieder vermehrt Wolken nach Deutschland reingezogen. Diese stehen in Verbindung mit einer über mehreren tausend Kilometer reichenden, in zonaler Richtung fast stationären Luftmassengrenze über Frankreich. Deutlich zügiger unterwegs ist dagegen das dichte Wolkenband, das parallel zur Front mit dem Jet verläuft und länger andauernden Regen mit sich führt. Dies vor allem im Elsass und Baden. Gleichzeitig hat sich der Süd-Föhn an den Alpen verstärkt. Durch Fall-Böen wurden beispielsweise in Lindau Windgeschwindigkeiten von bis zu 90 km/h erreicht. Auf der Zugspitze waren es 109 km/h.

Dienstag 11.5.

Die heutige Grafik zeigt die pseudopotenzielle-Temperatur in der 850 hPa Fläche, in der sehr gut die Luftmassengrenze deutlich wird, die momentan über Deutschland verläuft und feuchtwarme Luft im Osten, von kühler Luft im Westen trennt. Die Frontalllinie reicht dabei, in einer Tiefdruckrinne eingebettet, vom Mittel-bis zum Nordmeer und mündet dort in das Zentrum des steuernden Tiefs Hubertus. In den weit ausgedehnten Tiefdruckkomplex haben sich rundum mehrere kleine Tiefdruckzonen ausgebildet unter anderem mit einer Randtiefentwicklung über dem Golf von Genua. Dessen Wolken sind über die Alpen nordwärts entlang der Luftmassengrenze gezogen und haben über der Mitte Deutschlands für langanhaltenden Regen gesorgt. Weiter östlich sind an einer Konvergenzlinie durch Feuchteanreicherung und hohe Labilität (CAPE-Werte von bis zu 1400 J/kg) von Tschechien aus, kräftige Gewitter über das Elstergebirge und das Vogtland Richtung Thüringen und Sachsen-Anhalt gezogen. In der gesamten Osthälfte ist es dabei noch einmal sommerlich warm geworden.

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Mittwoch 12.5.

Ergiebiger Regen hat in den vergangenen zwei Tagen über der Mitte Deutschlands von den Alpen bis Brandenburg größere Mengen an Niederschlag gebracht. Besonders im Allgäu sind Mengen von über 50 Liter pro Quadratmeter in den letzten 24 Stunden gefallen, wie in Buchenenberg-Kreuzthal  im Oberallgäu mit 53 mm Regenwasser. Über den Westen hat sich zwar ein flaches Hoch ausbreiten können, das wettertechnisch nicht sehr präsent ausfällt, da die Höhenkaltluft weiter dichte Wolken parat hat, wodurch es in Baden-Württemberg immer wieder zu leichtem Regen bzw. einzelnen Schauern kommt.

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Donnerstag 13.5.

Nach einem doch meist freundlichen Start in den Feiertag haben sich im Tagesverlauf vermehrt Quellwolken entwickelt, die zum Nachmittag hin zahlreiche Schauer und vereinzelt auch Gewitter hervorbrachten. Die inzwischen gealterte polare Luftmasse hat sich erwärmt aber bleibt weiter potenziell instabil. Durch die niedrigen Auslösetemperaturen (11-14°C) und dem noch immer vorhandenen Höhentief reichen die „Zutaten“ für hochreichende Konvektion. In der gesamten Osthälfte ist der Dauerregen weiterhin ein Thema: Hier schleift die Luftmassengrenze und macht nur peu à peu an Kilometern gut.

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Freitag 14.5.

Der Wetterablauf gestaltete sich ähnlich wie am Vortag, sodass man auch den Bericht von gestern eins zu eins übernehmen könnte. An der großräumigen Druckverteilung hat sich indes kaum etwas verändert. Das Band mit dem Dauerregen im Osten wird allmählich schmaler; lediglich über dem Norddeutschen Tiefland zieht noch ein Maximum entlang der Elbe flussabwärts. Das Drehzentrum vom Tief Jodocus hat sich nördlich von Paris positioniert. Sein Auffüllprozess vollzieht sich langsam, da noch ein in senkrechter Achse zum Bodentief  markanter Höhentrog -27°C/5,5 km Höhe) das Tief noch am Leben hält. Das heutige Foto zeigt einen Cumulonimbus-Capillatus, die mit dem Tagesgang wieder zahlreicher wurden und mit Schauern und einzelnen Gewittern übers Land zogen.

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Samstag 15.5.

Wolkenfelder des okkludierten Frontensystems von Tief Lothar haben den Westen Deutschlands erreicht, mit diesen sich zum Abend hin auch Regen von Südwesten über Baden-Württemberg ausgebreitet hat . Unterdessen bestimmt die Troglage über Mitteleuropa weiterhin das Wettergeschehen mit Schauern und einzelnen Gewittern. Die kräftigsten davon sind heute an einer Konvergenz, linienhaft angeordnet, von Niedersachsen über Hamburg nach Schleswig-Holstein gezogen. Durch die langanhaltende kühle Witterung in der ersten Hälfte des Monats Mai liegen die Durchschnittstemperaturen knapp 2°C unter dem langjährigen Mittel von 1961-1990.

 

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Sonntag 16.5.

Das wechselhafte und kühle Wetter bleibt für Deutschland weiterhin wetterbestimmend. Dafür sorgt ein umfangreiches vom Nordmeer ausgehendes Kaltluftgebiet (Trog) in 5 km Höhe mit Temperaturen von -25 bis -30°C. An dessen Südflanke befindet sich ein starker Jetstream, der vom Atlantik kommend über die Alpen Richtung Kaspisches Meer zieht und von dort stark nach Norden abbiegt. Mit dem Jet ist über Mitteleuropa eine stramme zonale Strömung verbunden, in der es zum einen mit der Höhenkaltluft zu weiteren Schauern und Gewittern kommt und zum anderen auch der Wind, vor allem in den höher gelegenen Regionen, stark bis stürmisch bleibt. Kräftige Schauer, teils begleitet von Blitz und Donner, sind unter anderem über Südbaden, der Bodenseeregion und Schwaben gezogen. Sonst zeigte sich neben Quellwolken auch für längere Zeit die Sonne.

Quelle Grafik: pivotal weather

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Montag 17.5.

Im Tagesverlauf haben sich erneut, nahezu flächendeckend über dem gesamten Bundesgebiet, Schauer und einzelne Gewitter entwickelt. Durch den starken Höhenwind lagen die Zuggeschwindigkeiten der einzelnen Zellen dabei zwischen 40 und 50 km/h, weshalb sich die Schauer über eine größere Fläche verteilen konnten. In einigen Regionen entluden sich die Wolken trotzdem mit heftigen Platzregen und kleinkörnigem Hagel: So beispielsweise in Bremervörde mit 12,1 mm oder Borken in Westfalen mit 15,4 l/m² Regenwasser in einer Stunde. Im Schwarzwald und im Allgäu fielen die höchsten Niederschlagsmengen innerhalb eines Tages. In Baiersbronn-Ruhestein 42,7 l/m² und in Balderschwang waren es 35,9 l/m² . Am Rande des steuernden Tiefs Lothar ist ein weiteres kleinräumiges Druckzentrum über Norddeutschland hinweggezogen. Mit dem sich verstärkenden Druckgradienten hat auch der Wind im Laufe des Tages zugenommen. Bild: Cumulonimbus-capillatus

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Dienstag 18.5.

Die hochaufgelösten Radarreflektionen zeigen sehr schön die einzelnen Schauer und Gewitterzellen, wonach das Farbspektrum je nach Niederschlagsstärke von hellblau (marginal) über gelb (moderat) bis dunkelrot oder blau (stark) ausfällt. Einzelne Blitze werden in Magenta dargestellt. Diese Zellen sind am Nachmittag über Baden-Württemberg und Bayern gezogen. Zum Teil waren wieder heftige Regengüsse darunter. In Esslingen kam es während eines Schauers zu einer Intensitätsrate von 33,6 l/m² in der Stunde. Während der Dauer des Schauers sind Innerhalb von 20 Minuten 4,2 Millimeter pro Quadratmeter in den Regenpott gefallen und ist somit ein Starkregen-Ereignis.

Quelle Grafik: DWD Flugwetter

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Mittwoch 19.5.

Cumulonimbus-capillatus, diese Wolkenart (Bild) hat man in den vergangenen Tagen des Öfteren beobachten können. Die über alle Wolkenstockwerke hinweg, von den tiefen über die mittleren Luftschichten bis zur Tropopause reichende Wolke, mit der lehrbuchhaften Form eines Ambosses, ist die ausgewachsene Gewitterwolke.  Bei der noch immer vorhandenen Höhentieflage bleibt die Luftmasse labil. Eines dieser Gewitter ist bereits am Vormittag direkt über Esslingen hinweggezogen. Im weiteren Tagesverlauf zeigte sich dann häufiger die Sonne; am späten Nachmittag sind mit einer Konvergenz erneut kräftige Schauer und Gewitter in die Westhälfte Deutschlands reingezogen. Die höchsten Temperaturen reichten dabei von 4°C auf dem Feldberg im Schwarzwald bis zu 19°C im Kraichgau.

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Donnerstag 20.5.

Ein Keil eines Zwischenhochs (Vesna) hat heute vorübergehend die Schauertätigkeit abgeschwächt. Stärkere Quellwolken hat es vor allem am Vormittag gegeben, woraus noch regional ein paar Tropfen gefallen sind. Mit weiterem Absinken und dem Einströmen etwas wärmerer Luft in den höheren Luftschichten, sind die Konvektionen später in sich zusammengefallen, so dass der Nachmittag größtenteils trocken verlaufen ist. Über dem Atlantik ist ein Sturmtief entstanden (Marco), dessen Zentrum mit einem Kerndruck von 981 hPa über Irland liegt. Hier kommt es vor allem an den Küsten Südirlands und an der Westküste Englands zu Orkanböen . In Deutschland werden die Windgeschwindigkeiten weitaus geringer ausfallen, da der Kern sich nicht weiter vertieft. Von Sturmböen betroffen sind dann vor allem die niederländische Küste sowie Ost-und Nordfriesland. Das Tief zieht dann bis Samstag unter Auffüllung weiter nach Südnorwegen.

Quelle Sat Bild:  Meteoblue  Tiefdruckwirbel Marco

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Freitag 21.5.

Das Wettergeschehen kann in drei Zonen eingeteilt werden: Zum einen über dem Süden Deutschlands – dort hängt ein schmales, aber intensives Regenband. Durch eine Wellenbildung an einer Luftmassengrenze sowie durch luvseitiges Anströmen an den Hängen des Südschwarzwaldes, regnet es dort am stärksten. In Todtmoos fielen bis zum Abend 37,1 l/m². Weiter östlich in Friedrichshafen sind es 28,6 l/m² . In der Mitte, von Hessen über Thüringen bis nach Brandenburg hat es die meisten Sonnenstunden. Hier ist es überwiegend trocken. Der Norden Deutschlands befindet sich im Trogbereich von Tief Marco. Hier ziehen kräftige Schauer und Gewitter mit stürmischen Böen über Schleswig-Holstein. Insgesamt liegt durch das Sturmtief in ganz Deutschland das Windmittel deutlich höher, weshalb auch in vielen Regionen die Warnfarbe Ocker ausgegeben wurde. Auf den Höhen der Mittelgebirge sind auch Sturmböen darunter, wie auf dem Brocken im Harz mit 93,6 km/h, oder auf dem Feldberg im Schwarzwald mit 92,2 km/h. In Weinbiet sind 104.4 km/h gemessen worden.

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Samstag 22.5.

In Baden-Württemberg zeigte sich der Tag meist freundlich. Es stellte sich ein Wechsel zwischen Quellwolken und Sonne ein. Zum Teil war es auch sehr windig, vor allem im Norden, im Einflussbereich von Tief Marco. Entlang der Nordfriesischen Inseln waren Böen zwischen 60 und 80 km/h gemessen worden. Von Frankreich nähert sich ein kurzwelliger Anteil des Höhentroges, mit dem Schauer und kurze Gewitter verbunden sind. Einige davon ziehen bereits von Frankreich kommend über das Saarland und Rheinland-Pfalz. Der Trog liegt am Sonntagvormittag über der Mitte Deutschland, weshalb es zunächst weiter zu Schauern kommt; Im Laufe des Tages zieht sich dieser weiter in die Nordhälfte zurück und verliert vor allem in der Südhälfte weiter an seiner Wetterwirksamkeit.

Sonntag 23.5.

Ein über Deutschland hinwegschwenkender Randtrog, hat bis zum Nachmittag für starke Bewölkung mit Schauern gesorgt. Teils waren diese noch von Blitz und Donner begleitet. Erst zu Abend hin wurden die Wolken in Baden-Württemberg mit einem flachen Bodenhoch weniger. Und mit sinkenden Taupunktwerten ist die Luft dann zunehmend trockener geworden. In Esslingen kletterte die Temperatur am Nachmittag auf 18,6°C, in Emmendingen wurde mit 18,8 °C der höchste Wert erreicht. Die meisten Sonnenstunden gab es an der Ostsee mit bis zu 10 Stunden.

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Montag 24.5.

Auf der Vorderseite eines umfangreichen Tiefdrucksystems (Nathan) ist der Zustrom milder Luftmassen durch Warmluftadvektion nochmals verstärkt worden. Trotz stärkerer Wolkenfelder, die bereits am Vormittag vom Mittelmeer aus über die Alpen rasch nordwärts gezogen sind, erreichten die Temperaturen die 20 Grad Marke oder lagen sogar noch darüber, wie beispielsweise in Helmstedt mit 23°C. In den Abendstunden überquerte dann die Kaltfront ( Typ Kata-Kaltfront) mit starken Böen und teils kräftigen Regen Deutschland. Auf dem Satellitenfilm sind die beiden Tiefdruckwirbel (Nathan 1 und 2 ) sowie das schmale Wolkenband der Kaltfront gut zu erkennen. Südlich der beiden Zentren wird der Jet-Stream sichtbar durch Polarbanden, die mit hoher Geschwindigkeit in Richtung Iberischer Halbinsel ziehen.                                                            

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Dienstag 25.5.

Die Grafik von heute zeigt eindrucksvoll das starke mäanderförmige Muster des Polar-Jetstreams, dessen Schlaufen zum einen in Richtung Nordpolarmeer und zum anderen sehr weit nach Süden ausgerichtet sind. In dem violett markierten Kreis befindet sich Mitteleuropa. Und genau dort umkreist der Jetstream derzeit ein markantes Boden-und Höhentiefsystem und erreicht die höchsten Windgeschwindigkeiten mit bis zu 300 km/h am südlichen Wendepunkt über den Alpen. Und in dieser Schlaufe liegt eingebettet die Höhenkaltluft (auch Trog) mit - 27°C in 5,5 km Höhe. Fast in einer senkrechten Achse darunter befindet sich das Drehzentrum von Tief Nathan. Korrespondierend zur Geschwindigkeit des Jetstreams, besteht bodennah eine stramme nordwestliche Strömung, in der es zu Schauern und kurzen Gewittern kommt. Wie schon so oft in diesem Monat bleiben die Temperaturen unter der 20 Grad Marke. Die höchsten Werte sind dabei noch im östlichen Brandenburg mit bis zu 18°C erreicht worden.    Grafik: IfGeo-Met

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